Fett - gut oder böse?
- Jasmin

- 7. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Fette in der Hundeernährung – warum sie wichtig sind
Der Low-Carb-Trend aus der Humanernährung hat unseren Blick auf Fette im Essen verändert. Oft wird von „guten“ und „bösen“ Fetten gesprochen, von tierischen und pflanzlichen, mehrfach ungesättigt oder gesättigt, fest oder flüssig. In der Humanernährung mag das Sinn machen – doch wie ist das bei Hunden?
In diesem Blog-Eintrag kläre ich kurz und verständlich, worauf es beim Fett im Hundefutter ankommt …

Warum Fett im Futter unverzichtbar ist
Fette erfüllen im Körper vielerlei lebensnotwendige Funktionen und sind daher unverzichtbar:
1. Energiequelle
Fette sind für Hunde eine besonders konzentrierte Energiequelle, denn sie liefern mehr als doppelt so viel Energie pro Gramm wie Proteine oder Kohlenhydrate.
2. Aufnahme fettlöslicher Vitamine
Bestimmte Vitamine – A, D, E und K – sind fettlöslich und können nur in Verbindung mit Fett aus dem Darm aufgenommen werden.
3. Essentielle Fettsäuren
Hunde können einige Fettsäuren nicht selbst herstellen. Diese sogenannten essentiellen Fettsäuren müssen über die Nahrung kommen, weil sie für Zellmembranen, Entzündungsreaktionen, Haut & Fell sowie viele andere Stoffwechselprozesse wichtig sind.
➡ Allein diese drei Punkte zeigen: Ohne Fett funktioniert der Körper nicht.
Aber: Auf die Art des Fettes kommt es an
Jeder hat bereits von „gesättigten“ und „ungesättigten“ Fettsäuren gehört. Hier geht es nicht um Chemie-Details, sondern um Bedeutung für den Organismus.
Gesättigte Fettsäuren
• Im Hundefutter vorkommende gesättigte Fettsäuren sind nicht per se böse
.• Sie dienen primär als Energielieferanten und können vom Hund verarbeitet werden.
• Übermäßige Gesamtfettzufuhr – egal welcher Art – kann jedoch zu Übergewicht führen, was die Gesundheit negativ beeinflusst (z. B. Gelenkbelastung, Stoffwechselprobleme).
Ungesättigte Fettsäuren
• Diese Fette sind bei Raumtemperatur meist flüssig und kommen z. B. in pflanzlichen Ölen und Fischöl vor.
• Man unterscheidet einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren – erstere sind nützlich, letztere gelten als besonders wichtig.
Essentielle Fettsäuren: Omega-3 und Omega-6
Unter den mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind vor allem Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren bedeutend, weil Hunde sie nicht selbst herstellen können und sie daher über die Nahrung aufnehmen müssen.
✔ Omega-6-Fettsäuren (z. B. Linolsäure) unterstützen Haut- und Fellgesundheit.
✔ Omega-3-Fettsäuren (z. B. EPA, DHA) wirken entzündungshemmend und sind wichtig für Gehirn- und Nerven- sowie Herz- und Kreislauffunktion.
Balance statt Extrem: Entscheidend ist nicht nur die Menge dieser Fettsäuren, sondern ihr Verhältnis zueinander im Futter. Viele Experten empfehlen ein ausgewogenes Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3.
In vielen Futternapf-Situationen ist der Omega-6-Anteil hoch, während Omega-3 oft niedriger ist – z. B. weil besonders reichhaltige Omega-3-Quellen wie Fisch- oder Algenöl fehlen.
Was passiert bei Mangel oder Überschuss
Fettmangel
Ein Mangel an essentiellen Fettsäuren oder insgesamt zu wenig Fett führt bei Hunden zu Problemen wie:
verminderter Energieversorgung
schlechterer Aufnahme fettlöslicher Vitamine
Haut- und Fellproblemen
verzögerter Entwicklung bei Jungtieren… weil diese Fette für viele Zell- und Stoffwechselprozesse gebraucht werden.
Zu viel Fett
Ein dauerhaft hoher Fettanteil im Futter kann zu Übergewicht führen. Wenn Hunde mehr Energie aufnehmen als sie verbrauchen, speichert der Körper Fett – was mit diversen Folgeerkrankungen verbunden sein kann (z. B. Gelenkprobleme, metabolische Belastung).
➡ Wichtig: Ein ausgewogenes Fettprofil im Futter ist entscheidender als einseitige Überversorgung.
Fazit
Fett ist für Hunde nicht „gut“ oder „böse“ im menschlichen Sinne – sondern lebensnotwendig, aber in richtiger Art und Menge:
✅ Fette liefern Energie, unterstützen Vitaminaufnahme und Zellfunktion.
✅ Essentielle Fettsäuren (Omega-3 & Omega-6) müssen über die Nahrung kommen.
✅ Balance und richtige Auswahl sind wichtig – nicht nur die Menge.
✅ Zu viel Fett insgesamt führt eher zu Übergewicht als zu „bösen Fetten“ allein.



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